Anemonenfisch: „Platin“ – was für ein Fisch?
Amphiprion percula ist ein bekannter Anemonenfisch. Er sieht „Nemo“, (das Vorbild ist der Clownfisch Amphiprion ocellaris), sehr ähnlich; unterscheidet sich jedoch von diesem durch den auffälligen schwarzen Rand entlang der weißen Streifen.
Bemerkenswert ist, dass es bei Amphiprion percula eine melanistische Farbmorphe gibt. Gelegentlich gibt es Diskussionen, ob der „schwarze Percula“ nicht eine eigene Art sei.
Die Firma ORA-Farm in North Fort Pierce, Florida ist ein über die Grenzen der USA hinaus, bekanntes Unternehmen, das zahlreiche Korallenfische nicht nur züchtet, sondern auch erfolgreich versucht, bestimmte Farbmorphen zu selektionieren. Vor allem bei Amphiprion percula gelingt dieses vergleichsweise einfach. Eine neue Zuchtform aus dem Hause ORA Farm ist Amphiprion percula „Platin“.
In Deutschland werden die Tiere nur sporadisch angeboten, da ihr Preis nicht zu verachten ist.
Die Fische zeigen die typischen Verhaltensmuster des Urstammes Amphiprion percula. Da die Tiere aus einer Nachzuchtfarm stammen, ist es einfach, ihren Hunger mit Granulat- und Frostfutter zu stillen. Außerdem sind sie wenig krankheitsanfällig.
Wie bei vielen Anemonenfischen üblich, deren Eltern wahrscheinlich im Zuchtaquarium ohne Anemone gehalten werden, ist es auch bei diesem Paar so gewesen, dass eine Anemone anfangs kein Interesse erregte. Dieses ist bedauerlich, denn das abnormale Schaukeln in den Ecken und im Becken zwischen den Korallen wirkt wenig ästhetisch.
Deshalb habe ich inzwischen eine Methode entwickelt, um die Anemonenfische in die Wirtsanemone zu treiben. Es wird einfach eine Glasschale von ausreichender Größe benutzt, um die Fische über die Anemone zu stülpen. Da Anemonenfische ohne Aktinie unbeholfen sind, lassen sie sich einfach im Aquarium abschöpfen und entsprechend in der Schale positionieren.
Auch wenn die Schale nicht vollständig mit dem Untergrund abschließt, entweichen die Anemonenfische trotzdem nicht, da sie in den ersten Tagen im oberen Rand der Schale rumwackeln. Allmählich aber beginnt das Interesse an der Anemone zu wachsen und schließlich – nach drei bis sieben Tagen, baden die Tiere genussvoll in ihrem „eroberten“ Symbiosepartner.
Für die Vergesellschaftung „widerspenstiger“ Anemonenfische benutze ich ausschließlich die schwach nesselnde Blasenanemone, die sich für diesen Zweck wunderbar eignet.
Haben die Anemonenfische die Vorzüge der Anemone erkannt, kann die Glasschale entfernt werden. Die Fische verlassen jetzt ihren Symbiosepartner nur noch zum Fressen und zur Verteidigung .

Man kann zwei Anemonenfischpaare in einem entsprechend großen Aquarium zu pflegen, wenn genügend Wirtsanemonen vorhanden sind
Betrachte ich mir den Farbkontrast zwischen Amphiprion percula „Platin“ und der Kupferanemone Entacmaea quadricolor kann ich feststellen: Die Vergesellschaftung hat sich gelohnt!










