Diese Gelbbauchunke (Bombina variegata) macht völlig erschöpft Rast. Der Weg zum Laichgewässer ist noch weit und gefährlich.

Diese Gelbbauchunke (Bombina variegata) macht völlig erschöpft Rast. Der Weg zum Laichgewässer ist noch weit und gefährlich.

Immer wieder findet das geübte Auge des Abenteurers im heimischen Land Seltenes aus Flora und Fauna.

Auf einem Stein am Wegesrand lässt sich erschöpft ein Lurch nieder.

Es ist eine kleine, spitzwarzige  Gelbbauchunke (Bombina variegata), die regional auch in Mitteleuropa vorkommt.

Sie steht in Deutschland auf der roten Liste der stark gefährdeten Amphibienarten.

Ein seltener Anblick also. Deshalb muss das Tier unbedingt gerettet werden. Vielleicht gibt es in der Nähe einen Tümpel mit Artgenossen.


Zu den bevorzugten Lebensräumen gehören Klein- und Kleinstgewässer. Diese sind meist vegetationsarm und frei von konkurrierenden Arten und Fressfeinden.

Der Ausbau von unbefestigten Waldwegen, das Verfüllen von Tümpeln und vor allem die Verbuschung der Pionierbiotope schränken den Lebensraum der kleinen Unke extrem ein.

Zusätzlich werden die Vorkommen durch Straßen und Landwirtschaft voneinander getrennt. Dadurch wird der genetische Austausch eingeschränkt.

Abenteurer auf der Jagd nach Erlebnissen in Oberbayern. Die Flora und Fauna bietet hier interessante Eindrücke.

Abenteurer auf der Jagd nach Erlebnissen in Oberbayern. Die Flora und Fauna bietet hier interessante Eindrücke.

Auch eine kleine Gelbbauchunke ist ausgezogen, um einen genetischen Austausch außerhalb des heimischen Gewässers vorzunehmen.

Auch eine kleine Gelbbauchunke ist ausgezogen, um einen genetischen Austausch außerhalb des heimischen Gewässers vorzunehmen.

Die Gelbbauchunke (Bombina variegata) wird auch Bergunke genannt. Auf ihrer lehm- bis graubraun gefärbten Oberseite befinden sich zahlreiche Warzen, die mit erhabenen schwarzen Hornstacheln gesäumt sind. Mit einer Endgröße von ca. 35 – 45 mm gehört sie zu den kleineren Vertretern der heimischen Amphibien.

Erschöpft lässt sich die kleine Unke auf einem Stein nieder. Doch dieser Platz ist gefährlich, wird der Weg doch landschaftlich stark genutzt.

Erschöpft lässt sich die kleine Unke auf einem Stein nieder. Doch dieser Platz ist gefährlich, wird der Weg doch landschaftlich stark genutzt.

Der Retter naht und nimmt sie behutsam in seine große Hand. Um zu schauen, mit welchem Vertreter der Unken er es hier zu tun hat, muss er...

Der Retter naht und nimmt sie behutsam in seine große Hand. Um zu schauen, mit welchem Vertreter der Unken er es hier zu tun hat, muss er...

...den kleinen Schlingel umdrehen. Eindeutig eine Gelbbauchunke. Die gelbe Warnfarbe soll vor Fressfeinden schützen.

...den kleinen Schlingel umdrehen. Eindeutig eine Gelbbauchunke. Die gelbe Warnfarbe soll vor Fressfeinden schützen.

Die veränstigte Unke vermutet einen Fressfeind und präsentiert ihre leuchtend gelbe Unterseite. Dabei sondert sie ein giftiges Hautsekret ab.

Die veränstigte Unke vermutet einen Fressfeind und präsentiert ihre leuchtend gelbe Unterseite. Dabei sondert sie ein giftiges Hautsekret ab.

Die Unterseite, inklusive der Gliedmaße, der Finger und Zehen, ist intensiv gelb bis orange gefärbt und mit bleigrauen bis schwarzen Flecken durchsetzt. Diese Färbung soll Fressfeinde vor dem Hautgift der Unke warnen. Bei Gefahr nimmt die Gelbbauchunke eine passive Abwehrstellung ein und präsentiert ihre farbige Unterseite (Kahnstellung genannt).

Das giftige Hautsekret der Gelbbauchunke ist für Menschen nicht gefährlich, kann aber die Schleimhäute reizen.

Jetzt wird es Zeit, den kleinen Kerl vor den landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen in Sicherheit zu bringen.

Jetzt wird es Zeit, den kleinen Kerl vor den landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen in Sicherheit zu bringen.

Nach einigen 100 m findet sich ein geeigneter Lebensraum indem sich schon einige Artgenossen tummeln. Der Genpool kann erweitert werden.

Nach einigen 100 m findet sich ein geeigneter Lebensraum indem sich schon einige Artgenossen tummeln. Der Genpool kann erweitert werden.

Die Gelbbauchunken besitzen keine Schallblasen, deshalb sind die Paarungsrufe eher leise und melodiös “uh…uh…uh”. Diese Rufe werden mehr als 40 Mal in der Minute wiederholt. Die Laichzeit findet in Mitteleuropa von Mai bis Juli statt. Ein Weibchen produziert 120 – 170 Eier jährlich.

Bei der Paarung klammert sich das Männchen im Hüftbereich an das Weibchens. Die Eier werden in lockeren Klümpchen von 2 – 30 Eiern an untergetauchten Gräsern und ähnlichen Substrat angeheftet.

Die kleine Gelbbauchunke schaut sich sofort nach einem geeigneten Partner um. Der Drank zum Fortpflanzen ist stark.

Die kleine Gelbbauchunke schaut sich sofort nach einem geeigneten Partner um. Der Drang zum Fortpflanzen ist stark.

Der Grundstein für die nächste Generation wird gelegt. Dieser Lebensraum bietet gute Bedingungen zum Aufwachsen des Nachwuchses.

Der Grundstein für die nächste Generation wird gelegt. Dieser Lebensraum bietet gute Bedingungen zum Aufwachsen des Nachwuchses.

Der Schlupf der Eier findet nach 2 – 3 Tagen statt. Die Kaulquappen haben eine schmutzig graue Grundfarbe. Die weitere Entwicklung der Kaulquappen hängt von der Wärmetemperatur des Gewässers ab und erfolgt zwischen 41 – 67 Tagen. Die Jungunken (Metamorphoslinge) haben eine Länge von 12 – 16 mm.

Nach 1 – 2 Überwinterungen werden sie Geschlechtsreif und nehmen am Fortpflanzungsgeschehen teil. Die Lebensdauer der Gelbbauchunken (Bombina variegata) beträgt ca. 20 – 30 Jahre.