Der Goldfisch (Carassius auratus) – Ein Luxusgeschöpf mit Diskussionsbedarf

(Foto: Ingo Seidel) Der Goldfisch ist ein reines Luxusgeschöpf. Er muss nur erfreulich und beruhigend auf seinen Betrachter wirken.
Vor mehr als 2.000 Jahren ist im östlichen China der Goldfisch (Carassius auratus) aus dem gewöhnlichen Giebel entstanden.
Alle anderen Haustiere mussten dem Menschen durch ihre Körperkraft oder als Nahrungsquelle dienen.
Demgegenüber ist der Goldfisch ein reines Luxusgeschöpf, das nur der musischen Betrachtung diente.
Schon längst hat er den europäischen Markt erobert.
Mittlerweile wird er in unterschiedlichen Zuchtformen, Farbvarianten und verschiedenen Mustern angeboten.
Normale Goldfische und alle daraus abgeleiteten Zuchtrassen sind die weltweit am meisten verbreiteten und gehandelten Haustiere.
Goldfische können eine Länge von 50 cm erreichen. Sie haben einen hochrückigen Körper. Ihr Maul ist unterständig, das heißt, es ist nicht in der Mitte, sondern in der unteren Hälfte des Kopfes.
Und Goldfische werden sehr alt. Bei guter Pflege erreichen sie ein Lebensalter von durchschnittlich 30 Jahren. Männchen und Weibchen sind kaum zu unterscheiden.

Die Goldfische stammen von dem weit über den eurasischen Kontinent verbreiteten Giebel ab. Ein mit der Karausche nahe verwandter Karpfenfisch.

Der Goldfisch ist ein unspezialisierter Generalist. Er kann sich in sämtliche Süsswasserbiotope außerhalb der polaren Zonen einnisten.
Als typische Karpfenfische verfügen sie (ausgenommen die anatomisch und organisch veränderten Zuchtformen) über alle Körpereigenschaften und Verhaltensweisen des Giebels.
Aus verschiedenen Gründen haben Menschen Goldfische in heimischen Gewässern ausgesetzt. Mittlerweile ist Carassius auratus ein weltweit verbreiteter Neozoon und steht erfolgreich in Konkurrenz mit der ursprünglichen Fischfauna.
Die unterschiedlichen Zuchtformen lösen bei vielen Goldfischliebhabern heiße Debatten aus.
Einige Rassen, insbesondere jene mit selektiven Anomalien am Schädel und den Augen, stehen in Westeuropa in der Diskussion.

Diese Züchtung ist in ihren Lebensäußerungen teilweise oder erheblich eingeschränkt. Keine Chance in freier Natur!

Dieser Goldfisch erinnert mit seiner runden aufgeblähten Form an eine Billardkugel. Müssen solche Züchtungen wirklich sein?
Mehr als 2.000 Jahre Historie lassen Raum für fantasievolle Zuchtformen. Ob sie immer sinnvoll sind? Jedenfalls geben sie genügend Stoff für immerwährende Diskussionen.
Zum Glück ist die früher verbreitete und beliebte Haltung in sogenannten Goldfischgläsern in Deutschland, Österreich und der Schweiz durch Tierschutzgesetze verboten.
Im AquaNet-Lexikon findet sich eine Auswahl unterschiedlicher Zuchtformen des Goldfischs (Carassius auratus).




