Tridensimilis venezuelae ist ein friedfertiger Schwarmfisch. Die Harnröhre von Wirbeltieren oder gar Menschen interessieren ihn nicht.

Tridensimilis venezuelae ist ein friedfertiger Schwarmfisch. Die Harnröhre von Wirbeltieren oder gar Menschen interessieren ihn nicht.

Mit dem Tiger gerungen, die Würgeschlange bezwungen, dem wilden Bären getrotzt…

Solche und andere Geschichten trägt der Abenteurer gern aus fremden Ländern in die Heimat.

Ungern wird das Zusammentreffen mit einer nicht unbedeutenden Gefährdung für Leib und Leben erwähnt:

Der Harnröhrenwels (Vandellia cirrhosa), auch Peniswels genannt, der in seiner Heimat Candiru heißt.

Er lauert in den Gewässern des Amazonas. Mit seiner aalähnlichen Form und dem durchscheinenden Körper ist er im Wasser kaum zu sehen.

Von den Einheimischen wird er mehr gefürchtet als der Piranha!

Der Candiru ist ein Süsswasserfisch aus der Ordnung der Welsartigen. Und er ist ein Parasit.

Vandellia cirrhosa spürt die Atemströmungen anderer Fische auf. Diesen Stömungen folgend, schwimmt er in die Kiemenöffnungen seiner Opfer. Mit seinem Stachel hakt er sich fest und ernährt sich vom Blut aus den Kiemengefäßen. Dieses Verhalten hat ihm auch den Beinamen “Brasilianischer Vampirfisch” eingebracht. Der welsartige Parasit verfügt jedoch über keinerlei Saugorgan!

Dieser Leuchtbandschmerlenwels der Gattung Homodiaetus ist zwar schön anzusehen, aber auch er ist "blutrünstig"!

Dieser Leuchtbandschmerlenwels der Gattung Homodiaetus ist zwar schön anzusehen, aber auch er ist "blutrünstig"!

Zu diesem weiblichen Vertreter der Gattung Trichomycterus passt der Familienname "Schmerlenwels" sehr gut.

Zu diesem weiblichen Vertreter der Gattung Trichomycterus passt der Familienname "Schmerlenwels" sehr gut.

Der Harnröhrenwels ortet seine Wirte anhand des aus den Kiemen ausgestoßenen Wasserschwalls und des darin enthaltenen Harnstoffs. Irrtümlich wird er deshalb auch durch Urinieren im Wasser angelockt.

Vom Menschen gefürchtet wird er, weil er nackten oder leichtbekleideten Personen in deren Körperöffnungen (Rektum, Vagina – im Falle junger Tiere – auch in den Penis) eindringen kann.

Auch Ochmacanthus orinoco ist ein parasitärer "Vampirfisch". Eine Haltung im Aquarium ist nicht zu empfehlen!

Auch Ochmacanthus orinoco ist ein parasitärer "Vampirfisch". Eine Haltung im Aquarium ist nicht zu empfehlen!

Stromaufwärts, in den Gebirgsregionen des Amazonas, sind Schmerlenwelse wie Trichomycterus taezanowsii anzutreffen.

Stromaufwärts, in den Gebirgsregionen des Amazonas, sind Schmerlenwelse wie Trichomycterus taezanowsii anzutreffen.

Ist der Parasit erst einmal in den Körper eines Menschen eingedrungen, hakt er sich fest ohne seinen Irrtum zu erkennen. Er verendet innerhalb kürzester Zeit.

Dieses Verhalten löst beim Menschen eine stark schmerzende Entzündung aus, die bis zum Tod der betroffenen Personen führen kann.

Der Entzündungsherd (der verendete Vandellia cirrhosa) kann nur operativ entfernt werden! Also; auch im Amazonas NICHT im Wasser pinkeln!!!

Nicht alle Arten der Schmerlenwelse sind “blutrünstige Vampir-Fische”, aber es ist nur wenig über diese eigentlich interessanten Fische bekannt. Nur wenige landen als Beifänge in Europa.

Aqua-Szene bedankt sich bei Erwin Schraml für die Bilder und die Informationen.