Ernst-Otto erzählt vom letzten Tag im Urwald Französisch-Guayanas.

Ernst-Otto erzählt vom letzten Tag im Urwald Französisch-Guayanas.

Es geht wieder los…

Expedition Französisch Guayana – “Abenteuer pur!”

Vielerlei aus Flora und Fauna gibt es im fast undurchlässigen Dschungel Französisch-Guayanas (auch Fr.-Guyana genannt) zu entdecken.

In den nächsten Tagen werden die Koffer gepackt.

Aber auch auf solch interessanten Reisen bleibt man nicht von sogenannten “Pechtagen” verschont.

Diese Tage werden den Daheimgebliebenen meist verheimlicht, aber irgendwie kommen sie dann doch ans Tageslicht.

Dies bewies ein geheimer Blick in das “Reisetagebuch von Ernst-Otto von Drachenfels”, wo er von seiner Märzexpedition 2010 berichtet. Es begann mit…

Von einem einheimischen Aquarianer, den wir beim Fischefangen trafen, bekamen wir einen tollen Rat. Der Oberlauf des Sinnamarie Rivers war sein Geheimtipp. In den tollsten Farben schilderte er uns das Traum-Biotop.

Eine gescheite Karte von der Gegend gab es nicht und so versuchten wir seiner Beschreibung zu folgen.

Nach kurzer Zeit wurde der Weg immer schlechter. Kleinere umgestürzte Bäume sind fast noch das kleinste Übel.

Nach kurzer Zeit wurde der Weg immer schlechter. Kleinere umgestürzte Bäume sind fast noch das kleinste Übel.

Der robuste Geländewagen ist lädiert. Unser vorderes Nummernschild viel der Fahrt zum Opfer.

Der robuste Geländewagen ist lädiert. Unser vorderes Nummernschild viel der Fahrt zum Opfer.

Die ersten Kilometer nach dem Verlassen der Asphaltstrasse waren auch noch ganz passabel. Doch dann wurde der Weg immer schlechter. Dabei war das Abräumen kleiner Bäume noch die einfachste Übung. Nasse Lehmhänge und teils riesige Wasserlöcher zwangen uns zu schwungvollen Fahrten.

Wenn man mit Schwung in tiefe Wasserlöcher taucht reissen riesige Kräfte am Fahrzeug.

Auch das hintere Nummernschild war am Ende weg. Unmöglich es im Schlamm des Dschungels wieder zu finden.

Auch das hintere Nummernschild war am Ende weg. Unmöglich es im Schlamm des Dschungels wieder zu finden.

Irgendwann muss auch der beste Allradler kapitulieren und es geht nur noch zu Fuß weiter!

Irgendwann muss auch der beste Allradler kapitulieren und es geht nur noch zu Fuß weiter!

Die Folge unserer Höllenfahrt: Beide Platten (zum Befestigen der Kennzeichen) sind weg. Die ernsten Probleme sollten wir später zurück auf dem Asphalt noch kriegen. Polizisten sind auf der ganzen Welt gleich, Autos ohne Nummernschilder machen sie mißtrauisch…

Nach gut 25 km war Sense. Aber nach kurzem Fußmarsch fanden wir einen kleinen Bachlauf. Der versprochene Oberlauf des Sinnamarie war das sicher nicht.

Immerhin, ein idyllischer kleiner Bachlauf mitten im Urwald. Das lässt hoffen.

Immerhin, ein idyllischer kleiner Bachlauf mitten im Urwald. Das lässt hoffen.

Schöne Echinodorus am Wegesrand.

Schöne Echinodorus am Wegesrand.

Nach unserer besch… Fahrt auf Knochenbrechender Piste waren wir erstmal schwer enttäuscht. Ob wir einen Fehler an irgendeiner Kreuzung im Wald gemacht hatten? Sei es drum, war jetzt eh nicht mehr zu ändern. Also wanderten wir erst einmal am Bach entlang und schauten nach Fischen und Garnelen.

Bevor wir irgendwelche Fische gesichtet hatten, konnten wir uns über ein paar hübsche Echinodorus (Schwertpflanzen) freuen. Sie wuchsen einfach neben dem Bach an sonnigen Stellen und sahen nett aus.

Der Versuch ´mal eben eine aus dem Boden zu ziehen, scheiterte kläglich. Sie steckten im lehmigen Boden dermaßen fest, daß man nur die Blätter in der Hand hatte. Also waren wir beim nächsten Versuch etwas vorsichtiger, aber das Ergebniss war das Gleiche. Ohne Grabwerkzeug keine Chance!

Diese niedliche Babyschildkröte hellte unsere Stimung wieder auf. Sie wurde zurück in ihr Heimatgewässer gesetzt.

Diese niedliche Babyschildkröte hellte unsere Stimung wieder auf. Sie wurde zurück in ihr Heimatgewässer gesetzt.

Endlich die ersten Garnelen. Wenn es nicht so beschwerlich wäre, könnte man ja ´mal wieder hinfahren...

Endlich die ersten Garnelen. Wenn es nicht so beschwerlich wäre, könnte man ja ´mal wieder hinfahren...

Unser Ärger verflog aber wie im Flug, kroch doch geradewegs eine kleine Schildkröte zwischen unseren Füßen durch. Nach einer Fotosession ließen wir sie im Bach schwimmen, doch die Arme konnte sich nicht in der Strömung halten, also setzten wir sie neben das Wasser und ließen sie selbst entscheiden, wo es lang gehen sollte.

Nach kurzem Gestochere mit dem Kescher, zogen wir die erhofften Garnelen aus dem Wasser.

Und die Moral von der Geschichte: Auch sogenannte “Pechtage” können ein besonderes Abenteuer mit glücklichem Ausgang  sein.

Aqua-Szene bedankt sich bei Ernst-Otto von Drachenfels für die Bilder und die Auszüge aus seinem Reisetagebuch. Hoffentlich bleibt die September-2010-Expedition nach Französisch-Guayana von sogenannten “Pechtagen” verschont.

Ernst-Otto von Drachenfels wird versuchen, zeitnah aus dem undurchdringlichen Regenwald Französisch-Guayanas auf Aqua-Szene zu berichten.