Als international anerkannter Diskus-Experte war Heiko Bleher auf dem 8. Diskus-Championat 2010 in Duisburg natürlich dabei.

Als international anerkannter Diskus-Experte war Heiko Bleher auf dem 8. Diskus-Championat 2010 in Duisburg natürlich dabei.

“Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an…”, so hat es Udo Jürgens im Jahr 1977 besungen.

Für Heiko Bleher, Spross einer Aquaristik-Dynastie aus Frankfurt, ging es am 18. Oktober 1944 gleich los.

Als viertes und letztes Kind von Ludwig Bleher und seiner Powerfrau Amanda Flora Hilda Kiel nahm er gleichzeitig Abenteuerlust und Entdeckergeist mit der Muttermilch auf.

Amandas Vater Adolf Kiel, Heikos Großvater, war der bekannte “Vater der Wasserpflanzen”. Wie Amanda in die Fußstapfen ihres Vaters getreten war, hat auch Heiko Bleher später die Arbeit seiner Mutter fortgeführt.

Zwei Ereignisse sollten später seinen Lebensweg entscheidend bestimmen…

Im zarten Alter von 4 Jahren sah er auf einer Zierfischausstellung im noch zerstörten Deutschland seinen ersten Diskus. Bei dieser Gelegenheit wurde seine wohl größte Passion geboren.

Als Heiko gerade einmal 7 Jahre alt war, packte Powermutter Amanda die Koffer, schnappte sich ihre 4 Kinder und machte sich auf ihre erste Diskusfangreise tief in die “grüne Hölle” des brasilianischen Dschungels hinein.

Sie erkundeten Gegenden, die von unbekannten Indianerstämmen bewohnt wurden. Einige von ihnen hatten kurz zuvor 4 Missionare getötet und verspeist. Mutter Amanda gelang es, dass sie und ihre Kinder nicht als Appetithäppchen endeten. Sie wurden sogar als vollwertige Mitglieder von den Eingeborenen aufgenommen und lebten wie sie.

Ganze 6 Monate lebte Heiko Bleher im Alter von 7 Jahren mit Mutter und Geschwistern unter Eingeborenen.

Ganze 6 Monate lebte Heiko Bleher im Alter von 7 Jahren mit Mutter und Geschwistern unter Eingeborenen.

Hier lernte Heiko, wie die Indianer zu leben, wie sie sich ernähren und die Gesetze des Regenwalds.

Hier lernte Heiko, wie die Indianer zu leben, wie sie sich ernähren und die Gesetze des Regenwalds.

Powerfrau Amanda entdeckte während dieser Zeit 60 neue Wasserpflanzenarten, zahllose Fische und andere Tierarten. Nesthäkchen Heiko wurde zunehmend mit der wilden Umgebung vertraut. Er entdeckte den Wimpelpiranha, aber leider keinen Diskus.

Die Idylle trügt, das Leben im südamerikanischen Dschungel ist hart und oft eintönig.

Die Idylle trügt, das Leben im südamerikanischen Dschungel ist hart und oft eintönig.

Für den Nahrungserwerb wird viel Zeit verwendet. Muschelsucher sind ständig unterwegs und den Gefahren des Dschungels ausgesetzt.

Für den Nahrungserwerb wird viel Zeit verwendet. Muschelsucher sind ständig unterwegs und den Gefahren des Dschungels ausgesetzt.

Im Jahr 1953 sorgte Amanda Blehers Rückkehr mit ihren Kindern in die Zivilisation für Schlagzeilen. Doch Brasilien ließ sie nicht mehr los und 1959 kehrte sie zurück. Heiko Bleher half seiner Mutter beim Aufbau der Wasserpflanzen- und Zierfischanlage im Dschungel in der Nähe von Rio de Janeiro.

Ab 1962 verließ er seine neue Wahlheimat und studierte  in den USA an der Universität South Florida, um sein Wissen über Fische zu erweitern. Schon 1964 entdeckte Heiko Bleher die erste neue Art, die nach ihm benannt wurde.

Die Wasserwüste des Rio Negro beherbergt interessante aquatische Bewohner. Heiko Blehers Entdeckergeist ist geweckt.

Die Wasserwüste des Rio Negro beherbergt interessante aquatische Bewohner. Heiko Blehers Entdeckergeist ist geweckt.

Ein erster Lohn für Abenteuerlust und Entdeckergeist. Hemigrammus bleheri, der Rotkopfsalmler, wurde von ihm 1964 entdeckt und nach ihm benannt.

Ein erster Lohn für Abenteuerlust und Entdeckergeist. Hemigrammus bleheri, der Rotkopfsalmler, wurde von ihm 1964 entdeckt und nach ihm benannt.

Heiko entdeckte in Asien viele Regenbogenfische und machte sie für die Aquaristik verfügbar. Hier Chilatherina bleheri.

Heiko entdeckte in Asien viele Regenbogenfische und machte sie für die Aquaristik verfügbar. Hier Chilatherina bleheri.

(Foto: Ingo Seidel) Auch diesen schöne Fisch hat Heiko für die Aquaristik entdeckt. Ihm zu Ehren heißt er Channa bleheri.

(Foto: Ingo Seidel) Auch diesen schöne Fisch hat Heiko für die Aquaristik entdeckt. Ihm zu Ehren heißt er Channa bleheri.

Im Laufe der Jahre drang Heiko Bleher, fast immer im Alleingang, in die noch unerforschten Dschungelgebiete aller süd- und mittelamerikanischen Länder vor. Er bereiste das Amazonasgebiet bis zu zehn Mal in einem Jahr auf der Suche nach Diskus und anderen Fischarten. Mittlerweile gibt es eine unüberschaubare Zahl an Aquarienfischen, die auf seine Entdeckungen zurück gehen.

Auf internationalen Veranstaltungen ist er ein gern gesehener Gast und zeigt dort seine Naturbiotope. Heiko Bleher, ein Pionier der Aquaristik.

Auf internationalen Veranstaltungen ist er ein gern gesehener Gast und zeigt dort seine Naturbiotope. Heiko Bleher, ein Pionier der Aquaristik.

Bei Hochwasser steigt der Pegel südamerik. Flüsse stark an, dann stehen auch viele Behausungen unter Wasser. Hier kennt sich Heiko gut aus.

Bei Hochwasser steigt der Pegel südamerik. Flüsse stark an, dann stehen auch viele Behausungen unter Wasser. Hier kennt sich Heiko gut aus.

Heiko Blehers Biographie ist lang. Die Liste der Länder und Kontinente, die er bereist hat, ist noch länger.

Der bekannte Song von Udo Jürgens trifft nur in einer Zeile auf diesen ungewöhnlichen Aquaristik-Pionier zu: “Mit 66 ist noch lange nicht Schluss.”

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag wünscht das Team von Rainforest Film Produktion GmbH.

(6 Fotos Südamerika von Ernst-Otto v. Drachenfels)