Das Beobachten einer Gruppe Tropheus im passenden Aquarium ist oft spannender als ein Krimi. Diese Tiere sorgen für ordentlich "Action" im Aquarium.

Das Beobachten einer Gruppe Tropheus im passenden Aquarium ist oft spannender als ein Krimi. Diese Tiere sorgen für ordentlich "Action" im Aquarium.

Schon Ende der 1950er Jahre eroberten die ersten Tropheus (damals Brabant-Buntbarsche genannt) so manches Aquarianerherz.

In den folgenden Jahren stieg die Nachfrage der oft liebevoll genannten “afrikanischen Eierkohlen”  und erreichte in den 80er Jahren ihren Höhepunkt. Einzelne Varianen kosteten mehr als 100 Euro pro Tier!

Mittlerweile ist es etwas ruhiger um diese quirligen Schwimmer geworden.

Beheimatet sind Tropheus ausschließlich im ostafrikanischen Tanganjikasee. Sie bewohnen die ufernahen Fels- und Geröllbiotope und meiden Sandzonen und breite Flussmündungen.

Wahrscheinlich durch dieses Verhalten haben sich bei allen Arten viele unterschiedliche Farbformen an verschiedenen Standorten entwickelt.

Obwohl die unterschiedlichen Tropheus-Arten eigentlich sehr robust sind, gehören sie nur in die Hände eines erfahrenen Aquarianers.

In der Aquarienhaltung benötigen Tropheus optimale Wasserwerte, die zumindest in den wichtigsten Parametern denen des Tanganjikasee entsprechen müssen. Primär MUSS der pH-Wert dauerhaft über 7,5 liegen.

Tropheus sind nicht nur sehr schwimmfreudig, sondern regelrecht hyperaktiv. Deshalb benötigen sie ausreichend große Aquarien ab 300 Liter. Zudem sind sie NUR in einer Gruppe von mindestens 12 bis 15  Tieren zu vergesellschaften. Ihre hohe innerartliche Aggression verteilt sich so auf mehrere Tiere.

(Foto: H.-J. Herrmann) Tropheus moorii Chipimbi aus Sambia wird auch treffend "Schwanzstreifen-Moorii" genannt.

(Foto: H.-J. Herrmann) Tropheus moorii Chipimbi aus Sambia wird auch treffend "Schwanzstreifen-Moorii" genannt.

(Foto:H.-J. Herrmann) Der grüne Wimpel-Moorii (Tropheus brichardi Malagarasi) ist im östlichem Teil des Tanganjikasees anzutreffen.

(Foto:H.-J. Herrmann) Der grüne Wimpel-Moorii (Tropheus brichardi Malagarasi) ist im östlichem Teil des Tanganjikasees anzutreffen.

Tropheus sind Futterspezialisten. In ihrem natürlichen Habitat weiden sie mit ihrem unterständigen Maul den Bewuchs von Steinen und Geröllhaufen ab.

(Foto: H.-J. Herrmann) Dieser Tropheus wird noch keiner Art zugeordnet. Die Handelsbezeichnung lautet "Tropheus spec. black Kiriza".

(Foto: H.-J. Herrmann) Dieser Tropheus wird noch keiner Art zugeordnet. Die Handelsbezeichnung lautet "Tropheus spec. black Kiriza".

(Foto: H.-J. Herrmann) Auch der "Kirschfleck-Moorii" wird bei den Tropheus spec. black geführt. Dieses Variante gehört mit zu den farbenprächtigsten.

(Foto: H.-J. Herrmann) Auch der "Kirschfleck-Moorii" wird bei den Tropheus spec. black geführt. Dieses Variante gehört mit zu den farbenprächtigsten.

In der Aquarienhaltung muss überwiegend pflanzliche Nahrung gefüttert werden. Alle anderen Mitbewohner müssen dem unterordnen sein.

WARNUNG:  Das Füttern von Roten Mückenlarven, Rinderherz o.ä. führt fast immer zum Tod der Tiere. Der Verdauungstrakt der Tropheus ist für derartige Kost einfach nicht geeignet.

(Foto: H.-J. Herrmann) Tropheus duboisi gehörten zu den ersten Tropheus in der Aquaristik, hier ein wunderschönes Tier von Cape Kabogo.

(Foto: H.-J. Herrmann) Tropheus duboisi gehörten zu den ersten Tropheus in der Aquaristik, hier ein wunderschönes Tier von Cape Kabogo.

(Foto: H.-J. Herrmann) Einige Kilometer weiter nördlich bei Karilani hat dieselbe Art ein etwas anderes Aussehen.

(Foto: H.-J. Herrmann) Einige Kilometer weiter nördlich bei Karilani hat dieselbe Art ein etwas anderes Aussehen.

Tropheus sind agame Maulbrüter, ein Männchen befruchtet jedes Weibchen, das er anlocken an. Die Maulbrutpflege wird dann ausschließlich vom Weibchen übernommen.

Nach einer Brutzeit von ca. 4 Wochen werden 10 bis 20 etwa 10 bis 12 mm langen Jungtiere aus dem Maul entlassen. Das Weibchen betreut ihre Nachkommenschaft noch einige Zeit und nimmt sie bei Gefahr wieder ins Maul.

(Foto: H.-J. Herrmann) Tropheus brichardi von Kipili mit seinen markanten blauen Augen behält seine Streifen bis ins hohe Alter.

(Foto: H.-J. Herrmann) Tropheus brichardi von Kipili mit seinen markanten blauen Augen behält seine Streifen bis ins hohe Alter.

Ein artgerechtes und optisch ansprechendes Tropheus-Aquarium  könnte eine neue Herausforderung für interessierte Aquascaper sein.

Ein artgerechtes und optisch ansprechendes Tropheus-Aquarium könnte eine neue Herausforderung für interessierte Aquascaper sein.

In einem Tanganjika – Aquarium für Tropheus können neben reichhaltigen Versteckmöglichkeiten mit nicht scharfkantigen Steinen auch Pflanzen vorhanden sein.

Pflanzen bauen Schadstoffe im Wasser ab und bieten Versteckmöglichkeiten für Jungfische und Unterdrückte. Nur harte Pflanzen werden dabei nicht als Nahrung verspeist. Neben Javafarn und den hartblättrigen Anubias-Arten eignen sich auch einige Amazonas Schwertpflanzen.

Übrigens: In dunklen Aquarien können die etwas blasseren Tropheus fast vollständig ihre Färbung verlieren, dann sehen sie tasächlich aus wie Eierkohlen.  Mehr zu erfahren über die unterschiedlichen Tropheus gibt es im Aquanet AquaNet-Lexikon.