Die Flora und Fauna Deutschlands – Ringelnatter (Natrix natrix) schwimmt durch Kochelsee

Der reizvolle Kochelsee liegt nördlich vom Walchensee direkt im bayerischen Voralpenland unterhalb des Estergebirges.
Immer wieder zieht es den naturverbundenen Abenteurer hinaus ins heimische Land.
Auf der Suche nach Naturerlebnissen kann das geübte Auge viel Seltenes aus Flora und Fauna entdecken.
60 Kilometer südlich von München liegt direkt am Randbereich der Alpen der Kochelsee. Dort schwamm eine junge Ringelnatter (Natrix natrix) von einem Ufer zum anderen. Immerhin eine Strecke von knapp einem Kilometer.
Ringelnattern sind tagaktive Tiere und lieben Gewässer. Ihren natürlichen Lebensraum finden die scheuen Schlangen in Flüssen, Bächen, Grabensystemen, Seen und Teichen und deren jeweiliger Umgebung.
Auch in Parks und Gärten, an Bahndämmen, auf natürlichen Berghängen und künstlichen Hanglagen sowie in Laub- und Kieferwäldern kann man sie inzwischen wieder beobachten.

Obwohl der Kochelsee ein beliebtes Urlaubs- und Wochenendziel darstellt, halten seine unterschiedlich strukturierten Uferzonen...

...für den Naturliebhaber eine interessante Flora und Fauna bereit. An den südlichen Teil des Sees grenzen Berge bis 1.800 m Höhe.
Das Gebiet rund um den Kochelsee bietet eine artenreiche Flora und Fauna. Es ist ökologisch sehr wertvoll.
In dieser alten Kulturlandschaft haben zahlreiche vom Aussterben bedrohte Reptilien, Amphibien und Insekten eine Heimat gefunden.

Entstanden ist der See in der Würmeiszeit (jüngste größere Vergletscherung der Alpen) durch die Ausschürfung des Isar-Loisach-Gletschers.
Auch unsere heimische Ringelnatter (Natrix natrix) fühlt sich in den unterschiedlichen Uferhabitaten sichtlich wohl.
Um ihre Körpertemperatur zu regulieren sucht sie geeignete Bereiche wie Sonnen- und Schattenplätze auf oder nimmt ein kühles Bad.
Während die Männchen meist eine Gesamtlänge um 75 cm erreichen, werden die weiblichen Ringelnattern durchschnittlich mit etwa 110 cm deutlich größer. Tiere über 140 cm Körperlänge werden auch am Kochelsee nur sehr selten angetroffen.

Die Ringelnatter gilt als sehr schwimmfreudig. Im Kochelsee legte dieses ca. 40 cm kleine Exemplar eine Schwimmstrecke...

...von knapp einem Kilometer zurück, um ans andere Ufer zu gelangen. Eine reife Leistung für so einen kleinen Wurm.
Ende März/Anfang April verlässt die Ringelnatter zur Frühjahrshäutung und Paarung ihr trockenes Winterquatier.
Die Eiablage erfolgt während des Sommers. Ein Gelege umfasst 10-30 Eier, Ende Juli bis September schlüpft der Nachwuchs.
In die Enge getrieben lässt sie ihren Körper durch aufblähen größer erscheinen. Dabei richtet sie ihren Vorderkörper auf. Auch mit Aufrollen des Körpers, Pendelbewegungen, lauten Zischlauten und Scheinbissen versucht sie ihren Gegner zu vertreiben.
Nur äußerst selten beißt unsere heimische Ringelnatter wirklich zu. Ein Biss ist für Menschen und Haustiere nicht bedrohlich. Eventuell können allergische Reaktionen auftreten.

Auf dem Speiseplan stehen vorwiegend Amphibien. Aber auch Kleinsäuger, Fische und Vögel werden gern verzehrt.

Für große Ringelnatter-Weibchen stellen die Großwüchsigen Erdkröten-Weibchen eine lohnende Beute dar.
In Deutschland steht die Ringelnatter auf der Vorwarnliste bedrohter Tiere und wird besonders geschützt. Sie darf nicht belästigt, gefangen oder getötet werden.
In der Mythologie spielt die Ringelnatter im Gegensatz zu Darstellungen sonstiger Schlangen und Reptilien eine positive Rolle.
Sie stand im Ruf, kleine Kinder und das Vieh zu schützen und Glück und Segen zu bringen. Noch heute ist Natrix natrix die Schutzpratonin der Bewohner des Spreewaldes südlich von Berlin.



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