Wie steht es um die Wasserqualität in unseren heimischen Gewässern? Das Bayerische LfU (Landesamt für Umwelt) in Wielenbach klärt auf.

Wie steht es um die Wasserqualität in unseren heimischen Gewässern? Das Bayerische LfU (Landesamt für Umwelt) in Wielenbach klärt auf.

Lang ist es her, seit 1912 die mittlerweile älteste “Königlich Bayerische Versuchsstation für Teichwirtschaft” in Wielenbach südlich des Ammersees gegründet wurde.

In den Anfangsjahrzehnten spielte die Optimierung der Nutzfischproduktion und die Erhaltung der Fischgesundheit die größte Rolle. Seit den 1970er Jahren hat sich das Spektrum der Fachaufgaben immer breiter gefächert.

Heute ist hier die älteste Dienstelle des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) und wird kurz LfU-Wielenbach genannt.

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens fand am 13. und 14. Juli 2012 ein Tag der offenen Tür statt. Die Mitarbeiter klärten in lockerer Atmosphäre kompetent über die Schwerpunkte ihrer Arbeit auf.

Mittlerweile sind nicht nur Nutzfische im Fokus der wissenschaftlichen Untersuchungen, primär werden Fragen des Gewässer- und Umweltschutzes bearbeitet.

Immer wichtiger wird die Abwasserforschung im Hinblick auf die EU-Wasserrahmenrichtlinien. Dazu gehört die Erforschung der Wirkung verschiedentlicher Arzneimittelrückstände in Gewässern und die Analyse des Umweltverhaltens von Schadstoffen.

Das Interesse an der Arbeit des LfU ist groß. Die Mitarbeiter gaben engagiert Auskunft über die Einzelheiten ihrer Forschung.

Das Interesse an der Arbeit des LfU ist groß. Die Mitarbeiter gaben engagiert Auskunft über die Einzelheiten ihrer Forschung.

Auf 40 Hektar Anlagengelände befinden sich 145 Teiche, in denen sich eine Vielzahl an Fischarten befindet. Darunter auch viele bedrohte Arten.

Auf 40 Hektar Anlagengelände befinden sich 145 Teiche, in denen sich eine Vielzahl an Fischarten befindet. Darunter auch viele bedrohte Arten.

Aber auch die Entwicklung unserer einheimischen Muscheln und Krebse wird hier erforscht. Eingeschleppte fremde Arten (Neozoen) bedrohen ganze Bestände bis hin zur totalen Verdrängung.

Die Bedingungen sind an die Bedürfnisse der jeweiligen Fischart angepasst. Die Teiche haben zusammen eine Fläche von rund 20 Hektar.

Die Bedingungen sind an die Bedürfnisse der jeweiligen Fischart angepasst. Die Teiche haben zusammen eine Fläche von rund 20 Hektar.

^Das (kaum belastete) Ablaufwasser wird einem Absetzbecken zugeführt und geklärt. Von dort gelangt es über die Ammer in den Ammersee.

Das (kaum belastete) Ablaufwasser wird einem Absetzbecken zugeführt und geklärt. Von dort gelangt es über die Ammer in den Ammersee.

79 Fischarten leben in Bayerns Flüssen, Tümpeln und Seen. Durch den Eingriff des Menschen gibt es kaum noch naturbelassene Gewässer. Gewässerausbau, Querbauwerke und Stoffeinträge haben die Lebensbedingungen vielfach verändert, meist verschlechtert.

Das LfU (Landesamt für Umwelt) untersucht, wie sich diese Veränderungen auf Fische, Krebse und Pflanzen auswirken und arbeitet an Lösungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Umweltbedingungen.

Auch Kleinstlebewesen und Pflanzen stehen als Belastungsindikatoren für Gewässer im Fokus des Landesamt für Umwelt.

Auch Kleinstlebewesen und Pflanzen stehen als Belastungsindikatoren für Gewässer im Fokus des Landesamt für Umwelt.

Sie dienen neben den Fischarten als "Zeiger" für den ökologischen Zustand eines Gewässers. Wichtig für eine erste schnelle Beurteilung.

Sie dienen neben den Fischarten als "Zeiger" für den ökologischen Zustand eines Gewässers. Wichtig für eine erste schnelle Beurteilung.

Rund zwei Drittel der heimischen Fischarten in Bayern weisen einen Gefährdungsstatus auf.  Davon kommen einige Arten weltweit nur in der Donau und ihren Zuflüssen vor, sind dort endemisch.

Um die noch lückenhaften Kenntnisse über Lebens- und Fortpflanzungsverhalten bedrohter Arten zu erweitern, stehen sie in Wielenbach...

Um die noch lückenhaften Kenntnisse über Lebens- und Fortpflanzungsverhalten bedrohter Arten zu erweitern, stehen sie in Wielenbach...

...unter Beobachtung. So ist sogar die schwierige Nachzucht der gefährdeten Zingel und Streber in dieser LfU-Dienstelle geglückt.

...unter Beobachtung. So ist sogar die schwierige Nachzucht der gefährdeten Zingel und Streber in dieser LfU-Dienstelle geglückt.

Zingel (Zingel zingel) und Streber (Zingel streber) gehören wie Zander und Flussbarsch zur Familie der Echten Barsche. Ihre Heimat sind die schnell fließenden Bereiche des Donaugebiets. Der Streber kommt auch im Vardargebiet in Südosteuropa vor.

Beide Arten sind in ihren bedrohten Lebensräumen selten geworden. In einem einzigartigen Projekt werden beide Barscharten in Wielenbach vermehrt und an geeigneten Stellen ausgewildert.

Die zahlreichen Besucher waren sehr interessiert an der Aufklärung über die Gefährdungsursachen und mögliche Lösungsvorschläge.

Die zahlreichen Besucher waren sehr interessiert an der Aufklärung über die Gefährdungsursachen und mögliche Lösungsvorschläge.

Ein wichtiges Thema stellte die Gefährdung des heimischen Edelkrebs (Astacus astacus) durch gebietsfremde Krebsarten dar.

Ein wichtiges Thema stellte die Gefährdung des heimischen Edelkrebs (Astacus astacus) durch gebietsfremde Krebsarten dar.

Fremde Arten gefährden massiv unsere heimischen Krebse. Sie übertragen eine tödlich verlaufende Pilzerkrankung, die Krebspest.

Fremde Arten gefährden massiv unsere heimischen Krebse. Sie übertragen eine tödlich verlaufende Pilzerkrankung, die Krebspest.

Informationstafeln und freundliche Mitarbeiter informierten die Besucher über Aufgaben und neue Herausforderungen der LfU.

Informationstafeln und freundliche Mitarbeiter informierten die Besucher über Aufgaben und neue Herausforderungen der LfU.

 

Die Kessler-Grundel, ein Neozoon, hat schon den südlichen Rhein erobert. Ihre Lieblingsspeise sind Fischlaich und kleine Fische.

Die Kessler-Grundel, ein Neozoon, hat schon den südlichen Rhein erobert. Ihre Lieblingsspeise sind Fischlaich und kleine Fische.

Zusammen mit der Schwarzmund-Grundel hat sie mit erstaunlicher Geschwindigkeit das Donaueinzugsgebiet besiedelt.

Zusammen mit der Schwarzmund-Grundel hat sie mit erstaunlicher Geschwindigkeit das Donaueinzugsgebiet besiedelt.

Durch die Zuwanderung der aus dem Schwarzmeerraum stammenden Kessler-Grundel (Ponticola kessleri) und der Schwarzmund-Grundel (Neogobius melanostomus) drohen erhebliche ökologische Konsequenzen.

Sie verdrängen viele heimische Fischarten aus ihren Lebensraum und einigen droht ein harter Existenzkampf.

Eingeleitete Schadstoffe, die durch die Maschen unserer Kläranlagen schlüpfen, wirken sich negativ auf das Ökosystem unserer Gewässer aus.

Eingeleitete Schadstoffe, die durch die Maschen unserer Kläranlagen schlüpfen, wirken sich negativ auf das Ökosystem unserer Gewässer aus.

Modernste Laboreinrichtungen gewährleisten die Untersuchung und genaue Analysen über den Abbau schädlicher Substanzen in Kläranlagen.

Modernste Laboreinrichtungen gewährleisten die Untersuchung und genaue Analysen über den Abbau schädlicher Substanzen in Kläranlagen.

Wasser ist Leben! Damit das so bleibt, forscht das Bayerische Landesamt für Umwelt unermüdlich an Verbesserungsmöglichkeiten für unser Wassermanagement. Seite des LfU >>